WJEM 2016 – Analysen (Tage 1-4) (Update: 1.4. nachmittags)

Die Württembergische Jugendeinzelmeisterschaft ist der Höhepunkt des württembergischen Jugendschachs und bringt in jedem Jahr interessante Partien hervor. In diesem Beitrag möchte ich ein paar schöne und lehrreiche Züge und Stellungen zeigen, natürlich mit dem Schwerpunkt auf unsere Spieler.

Nach zwei Auftaktsiegen spielte Georg Jakob in der U12 gegen den topgesetzten Danny Yi. Mit Schwarz konnte er in der Eröffnung einen Bauern gewinnen, der Gegner von den SF Kornwestheim hielt jedoch mit aller Macht dagegen. Schließlich erreichten die Kontrahenten die folgende Stellung

Yi, Danny (1850) – Jakob, Georg (1435)

nach 21.Te7

nach 21.Te7

Für die Figur hat Weiß immerhin zwei Bauern und die schwarzen Figuren stehen etwas gedrückt. Oberstes Gebot ist also die Figurenentwicklung – aber wohin soll der Springer ziehen? In der Partie entschied sich Georg für 21…Sf6, nach 22.d6 Tf7 23.Tfe1 h6 wurde der Punkt geteilt. Diese Variante kann verbessert werden mit 22…Ld7, aber die Verwicklungen nach 23.Dxb7 Tab8 24.Df3 Sh5 25.Dd5+ Kh8 -+ schwierig zu berechnen. Einfacher war es daher, in der Diagrammstellung 21…Sb6! zu ziehen. Nun ist nach 22.d6 der Weg frei für 22…Le6, da die Dame nun den Läufer deckt. 23.Dxb7 verliert direkt wegen 23…Ld5.

Ebenfalls in der dritten Runde gelang Mathis Hofele gegen Daniel Merk eine Glanzpartie (bis auf einen Moment, glücklicherweise nicht am Ende). Nach dem Sieg in Runde 1 gegen den erstgesetzten Marc Schallner ein weiterer Sieg gegen die Spitze (Merk ist an 3 gesetzt). Mit einem Bauernopfer erlangte er in der Eröffnung freies Spiel, so dass sich Schwarz gezwungen sah, vorübergehend eine Figur zu opfern.

Hofele, Mathis (1558) – Merk, Daniel (1798)

nach 20...axb4

nach 20…axb4

Mathis ließ sich von dem Angriff nicht beirren. 21.e6 ist einfach schön und direkt, auch wenn man pingelig anmerken könnte, dass 21.Df5 noch stärker ist. 21…Sf6 22.exf7+ Kf8 23.Sg5! droht Damengewinn 23…Dd6 24.Lf4! wieder der direkte Angriff mit Entwicklung. Ausrufezeichen für die Konsequenz – Fritz gibt 24.0-0 den Vorzug. 24…Dc6 25.Lg6?! damit leitet Mathis eine kurze Schwächephase ein. Nach 25.Dg6! steht Schwarz vollkommen paralysiert. Schwarz revanchiert sich umgehend mit 25…Se4?

nach 25...Se4

nach 25…Se4

Hier gewinnt 26.Sce4! sofort dank 26…Dc3 27.Sd6#. Schwieriger zu sehen ist die Widerlegung von 26…Dxg6. Nach 27.Sc5!! 2016_WJEM_HofeleMerkAnalyse1ist Schwarz verloren.

Nach der Partiefolge 26.Lxe4= dxe4 27.0-0 bxc3 28.Db3?! steht Schwarz besser.

2016_WJEM_HofeleMerk3

nach 28.Db3

28…Th6 -/+ stoppt die Drohungen und Weiß muss sich auf jeden Fall präzise verteidigen, wenn er nicht bereits verloren ist. Nach 28…Lxg5 29.Lxg5 Dd6 30.Lf4 Dxd4+ 31.Kh1 g5

nach 31...g5

nach 31…g5

fand Mathis die klarste Lösung 32.Tbd1. Schwarz musste die Dame geben und Weiß gewann.

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