Aufbausieg

26. Januar 2020: Landesliga 7.Runde
SG KK Hohentübingen – SF Plochingen 4.5:3.5

Nach der hohen Niederlage gegen Neckartenzlingen waren unsere Aufstiegsträume zwar ausgeträumt, aber wir wollten uns natürlich noch anständig aus dem Schicksalsmonat Januar verabschieden. Unser Gegner Plochingen war der topgesetzte der Liga, spielte aber üblicherweise ohne zwei seiner stärksten Spieler, also eine gewisse Wundertüte. Auch bei uns fielen dann aber kurzfristig mit Matthias und Mathis unsere Klammer (Bretter 1 und 8) aus und am Samstag Abend ging die Suche nach Ersatz los – vielen Dank an Julius und Yannik, die so kurzfristig eingesprungen sind.

Nils Müller (Brett 4) fand nach seinem Zwischensieg gegen Pfullingen wieder zu seiner Remisserie zurück, die ihn sicher bereits vermisst hatte. Gegen den erfahrenen Manfred Bauer aber ein gutes Ergebnis, das niemals in Gefahr war. Julius Heller (7) versuchte etwas mehr gegen Harald Fendel, aber auch hier schien das Gleichgewicht in der Stellung nie wirklich gestört zu sein.

Im Gegensatz dazu war die Partie von Martin Schmidt (2) gegen Florian Mayr stark umkämpft. Die Eröffnung lief gut für den Mannschaftsführer der Königskinder, aber einige schwache Züge brachten Schwarz zurück ins Spiel, der seine Figuren bedrohlich auf den weißen König richtete. Mit einer Sprengung konnte Martin dann aber den Diagonalläufer blockieren und Schwarz vollkommen einschnüren. Der Computer heißt in dieser Phase zwar nicht alle Züge gut und sieht die Stellung recht ausgeglichen an, sie war aber schwer zu spielen für den Plochinger, der noch dazu das psychologische Momentum gegen sich hatte. Und so brachen schließlich die weißen Schwerfiguren in die gegnerische Stellung ein und eroberten eine Figur.

Dunkle Wolken zogen derweil aber über Lauritz Jansens (3) Stellung auf, der sichtlich eingeschnürt wurde. Aber auch hier machte Michael Schwilk den Sack nicht zu, Lauritz konnte sich langsam befreien und dem Gegner eine Falle stellen, in die dieser auch prompt hineintappte und am Ende der Sequenz eine Figur einbüßte.

Dramatisch war das Ende bei Yannik Hurm (8), der Thomas Porzer gut im Griff zu haben schien. Bei seinen Bemühungen den Schwarzen einzuschnüren öffnete er aber seine Stellung sehr weit, was zu einem Gegenangriff einlud. In komplizierter und vermutlich bereits schlechterer Stellung überschritt Yannik dann die Bedenkzeit.

Auch Jörg Jansen (6) ließ seinem Gegner Frank Paschitta wenig Bewegungsfreiheit, aber auch hier war das Durchkommen schwierig, so dass Jörg schließlich die Notbremse zog und sich auf Remis einigte. Es folgte noch eine Niederlage am Spitzenbrett, Georg Jakob (1) verlor gegen Eckhard Bauer. Nach der Eröffnung schien er vielversprechend zu stehen, aber dann machten sich seine Hände selbstständig und spielten nicht den Zug, den das Hirn vorgesehen hatte. Leider kann Georgs Gehirn doch etwas besser spielen als seine Hände und so geriet er unter starkem Druck, aus dem er sich unter Bauernopfer zu befreien versuchte. Genau dieser Bauer lief dann später zur Dame durch.

Beim Stand von 3.5:3.5 hing es damit an Heiner Uhligs (5) Nerven, was dem einen oder anderen doch etwas Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Aber Heiner hatte vor dem Spiel eine klare Ansage von seinem MF bekomme: Spiele eine Lanka-Variante und gewinne! Schon in der Eröffnung drang seine Dame in die weiße Stellung ein und wütete dort unter den armen leibeigenen Bauern (Heiner: “Das sah aus wie eine Kinderpartie”). Matthias Stohrer schleppte die verlorene Partie noch weiter, musste aber nach einem Qualitätsverlust im Endspiel (und rennenden Freibauern) doch seine Niederlage quittieren.

Ein schöner Sieg für das Selbstbewusstsein. In den letzten zwei Runden gegen Nürtingen und Steinlach möchten wir nun noch ein wenig Spaß haben und hoffentlich ein paar schöne Partien spielen. Im Anschluss ging die Mannschaft noch im Ratskeller essen, woraus dann natürlich auch ein Foto resultierte.

v.l.n.r.: Julius, Martin, Georg, Nils, Heiner, Lauritz, Jörg
Artikel auf der Plochinger Seite

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