19.09.2026: Württembergische Vereinsjugendmannschaftsmeisterschaft U10
Von dem württembergischen U10 Meister Gabriel Teixidor angeführt gingen wir in die U10-Mannschaftsmeisterschaft. Dazu kamen Adam Kokkotas sowie unsere beiden Senkrechtstarter Adrian Reichstadt und Markus Chen. Beide sollten eigentlich Punkte an den hinteren Brettern sammeln, aber da machte uns die Aufstellungsregel einen Strich durch die Rechnung – wir mussten Adam, der bisher noch keine DWZ bekommen hat, an Brett drei melden. Damit waren wir an 3 gesetzt und machten uns somit Hoffnungen auf eine Medaille und damit auch die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft.
Unsere erste Partie war leider eine Niederlage – Adrian war aufgeregt und zuckte etwas zu schnell bei seinen Zügen, wodurch eine Dame verlorenging. Markus stellte dann mit einem souveränen Sieg wieder den Gleichstand her, bevor Adam seine lange ausgeglichen stehende Partie gewinnen konnte. Zu dem Zeitpunkt stand Gabriels Sieg an Brett eins de facto ebenfalls schon fest, aber er zog sich noch etwas, da Gabriel zuerst noch nach einem direkten Matt suchte. Schließlich tauschte er doch den letzten gegnerischen Turm ab und brachte seinen großen Materialvorteil zur Geltung.
Zwei Blitzsiege gegen Rommelshausen brachten uns in der zweiten Runde schnell in Führung und der Mannschaftssieg schien zum greifen nahe, aber noch mussten wir zittern. Adrian kämpfte mit einer Minusfigur und auch bei Markus sah es nicht so rosig aus. Letzterer schlug dann aber bei seiner Chance zu und auch Adrian nutzte den gegnerischen offenen König um seine Figur zurück- und schließlich im Endspiel zu gewinnen.
„Blitzsiege können wir auch“ dachten sich Adrian und Markus gegen Heilbronn-Biberach und servierten regelrechte Bulletsiege. Nach wenigen Minuten war wir 2-0 in Führung und das sogar ohne Schäfermatt. Nachdem Adam seine eigentlich nicht gewinnbare Partie (diese Einschätzung sollte ich in der U10 wohl streichen) durch eine Gabel doch noch gewonnen hatte war das Ergebnis bei Gabriel für die Mannschaft zwar egal, aber mit einem positionell schön herausgespielten Schwarzsieg (ein schöner Fianchettoläufer übte massiven Druck auf die weiße Stellung am Damenflügel aus) erhöhte Gabriel dann sogar auf 4-0.

Zur Belohnung folgte nach dem Mittagessen das Spiel gegen den Favoriten Bernhausen und hier mussten wir eine ziemlich bittere 0-4 Niederlage kassieren. Es war definitiv mehr drin. Adrian verlor zwar leider ziemlich schnell, aber dafür konnte sich Adam einen ganzen Turm mehr erspielen und auch Markus stand sehr bequem. Trotz der schlechten Stellung von Gabriel am Spitzenbrett machte ich mir also Hoffnungen auf ein Mannschaftsremis. Dann aber fand Adam nicht das richtige Rezept gegen die vormaschierenden gegnerischen Bauern und nach Gabriels Verlust war unsere Niederlage offiziell. Markus kämpfte noch lange, aber verspielte dabei auch seine schöne Stellung und verlor schließlich ebenfalls.
Das nächste Spiel gegen die direkt hinter uns gesetzten Rommelshausener musste jetzt also entscheiden ob das Turnier „hui oder pfui“ werden würden. Es ließ sich gut an, alle Bretter standen angenehm. In komplizierter Stellung hätte Adrian dann seinen König mit einer Rochade in Sicherheit bringen müssen, ließ ihn aber in der Mitte und verlor so eine Figur und schließlich auch die Partie. Immerhin konnte Adam seine Partie drehen und nach einigen Patzern seines Gegners spielte er mit Turm+S gegen ein paar Freibauern. Trotzdem schlug das Trainerherz auf einmal ziemlich wild, denn den deckenden Springer wegzuziehen hätte einen unaufhaltsamen Einmarsch des Bauern bedeutet und Adams Hand schwebte bereits über dem Gaul… aber sprang dann doch zum König, um diesen weiter heranzuziehen. Gabriel fuhr wieder einen ziemlichen sicheren Sieg ein so dass das Mannschaftsergebnis wiederum an dem lange spielenden Markus hing. Die Partie sprang hin und her, er verteidigte sich gegen den Angriff, spießte die Dame auf, verpasste die Chance zum sofortigen k.o., ließ sich dann seine Dame abnehmen und alles schien verloren – bis der Gegner den gefesselten Springer wegzog und damit einfach die Dame gegen überhaupts nichts einstellte.
Gegen Zuffenhausen gab es wieder einen hohen Sieg. Markus drehte das bisherige Drehbuch um und gewann zur Abwechslung als Erster. Adam gewann ausgangs der Eröffnung durch eine Springergabel eine Figur und später auch recht sicher die Partie. Bei Adrian schien sich die bisherige Niederlagenserie erst einmal fortzusetzen bis seine Gegnerin ihn dann schließlich im Endspiel Patt setzte. Und Gabriel zeigte, dass auch er lange zu spielen vermag. Sein Druck in der Eröffnung wurde schließlich in eine Figur umgewandelt, die er auch sicher verwertete.
Im Endspiel um die Qualifikation setzte es dann gegen den Zweitgesetzten Stetten wieder eine hohe Niederlage. Nur Adam schaffte (aus eigentlich auch verlorener Stellung heraus) ein Remis, die drei anderen verloren. Nun kam es auf das Spiel an Tisch drei zwischen Rommelshausen und Zuffenhausen an. Rommelshausen führte zum Ende unsere Spieles mit 2-1 und ein Remis würde ihnen für die Qualifikation genügen – und das holte der Rommelshausener am Ende auch heraus.
Der vierte Platz ist natürlich immer undankbar, vor allem, wenn die ersten drei auch noch die Qualifikationsplätze sind (ob wir bei der Deutschen Meisterschaft allerdings überhaupt mitgespielt hätten ist dann doch recht unklar). Am Ende entschied dann doch in ein paar zu vielen Partien mangelnde „Abgezocktheit“. Bis auf Gabriel können alle nächstes Jahr wieder dabei sein, dann hoffentlich mit etwas mehr Erfahrung.
