27. September 2027: Verbandsliga Runde 1
SG KK Hohentübingen 1 – SV Jedesheim 1 5.5:2.5
Was im Titel nach einer desaströsen Serie klingt, hat einfach folgenden Grund: Seit dem Abstieg 2017 aus der Verbandsliga hatten wir es nicht mehr nach oben geschafft. Mit einer seither ordentlich veränderten und verjüngerten Mannschaft stehen nun wieder Fahrten durch das halbe Bundesland an. Einzig Matthias Hönsch und Martin Schmidt sind seit damals in der Mannschaft geblieben. Neu im Vergleich zur letzten Saison ist Erik Hobson, ansonsten wurden nur manche Bretter getauscht.
Vom Schnitt her sind wir auf 8 gesetzt, wobei die Setzplätze 3-8 sehr nah beieinander sind, weswegen erst einmal der Nichtabstieg das Ziel ist, welcher aber durchaus realistisch ist. Auftaktgegner Jedesheim ist auf dem Papier eine Topmannschaft, doch nach dem letztjährigen Rückzug aus der Oberliga und 2 Österreichern an den ersten Brettern ist schwer einzuschätzen, wie Jedesheim auftreten wird.
Der Start in die neue Liga begann völlig chaotisch: Weil die Hepper-Halle fälschlicherweise doppelt durch uns und einen Chor belegt war, entschieden wir uns kurz vor 10 Uhr, nach unten in die Eingangshalle auszuweichen. Schachbretter und Figuren sind nun einmal doch leichter umzuräumen als ein Klavier. Beschädigte Uhren und das zeitgleiche Match der 3. Mannschaft kamen auch noch hinzu.
Immerhin führten wir nach dem verzögerten Beginn direkt schon mit 1:0. Marius Hurm (1) gewann kampflos, da nicht nur, wie schon vermutet, die beiden Österreicher fehlten, sondern direkt die ersten 5 Bretter.
Die erste entschiedene Partie hatte Martin Schmidt (5). Er hatte zwischendurch eine Figur gegen 2 Bauern geben müssen, in das folgende Endspiel wurde dann etwas zu schnell abgewickelt, sodass Martin alle gegnerischen Bauern für ein Unentschieden beseitigen konnte. Da dies unsere einzige wirklich kritische Stellung war, sich ansonsten ausgeglichene bis sehr gute Spiele entwickelt hatten, sah es nun schon früh nach einem Sieg aus.
Michael Malte (6) spielte ebenfalls Remis. Er versuchte zwar durchgehend, Vorteile zu erzielen, doch konnte ihm dies nie wirklich gelingen. Matthias Hönsch (3) baute unsere Führung aus. Er ließ sich in schwere taktische Verwicklungen ein, in denen beide Damen bedroht waren. Er rechnete aber richtig und ging mit einer Mehrfigur heraus.
Ein weiteres Unentschieden holte sich Jakob Strandhagen (8). Im Vorhinein hätte man hier am ehesten mit einer Niederlage gerechnet, war doch Jakob 200 DWZ-Punkte schwächer. Vor der DWZ-Anpassung im Sommer wären es sogar 300 gewesen. Aber im Spielverlauf merkte das keiner. Jakob spielte aktiv, hatte keine Schwächen und war somit nur zur Punkteteilung zu zwingen.
Ziemlich unerwartet war dann die Niederlage von Christian Alber (7). Er hatte eine interessante Stellung mit entgegengesetzten Rochaden gewählt. Für die gegnerische Dame gab er 2 Türme, konnte dann zum König vordringen und Material gewinnen. Das Endspiel mit Dame und vielen Bauern gegen Turm + Springer war einfach gewonnen, bis er leider seine Dame auf ein gedecktes Feld zog.
Glücklich für uns verlief dafür die Partie bei Erik Hobson (4). In der Eröffnung wusste er nicht so recht, wie er in einer Variante fortsetzen sollte, welche sein Gegenüber dann prompt spielte. Aber er kämpfte sich wieder raus in ein Turmendspiel. Seinen Springer gab er für den gegnerischen Freibauern, seiner wiederum war schon weit vorgerückt, aber objektiv war wohl das nächste Unentschieden angesagt. Da überschritt sein Gegner die Zeit.
Daraufhin gab sich auch das zweite Brett von Jedesheim geschlagen. Nach vorteilhaft verlaufener Stellungstransformation für Moritz Hurm (2), bekam er einen glatten Mehrbauern, welcher das Endspiel entschied.
Somit gelang uns ein klarer Auftaktsieg und das gegen den Nominell Zweitgesetzten. Hauptsächlich lag dies aber wohl an den vielen fehlenden Jedesheimern. Im nächsten Spiel gegen Tuttlingen, eine der vielen nah beieinanderliegenden Mittelfeldmannschaften müssen wir uns immerhin nicht um den Aufbau kümmern, dafür aber weiter fahren, als es in der Landesliga immer der Fall war.


