Escacs en Catalunya

Der Club d’escacs Banyoles, für den ich seit 2002 ja mehr oder weniger sporadisch als Gastspieler antrete, war als Aufsteiger geradezu sensationell mit 5 Siegen und einem Unentschieden in die “Primera Divison” gestartet, ehe die erste Niederlage den Durchmarsch in die höchste Spielklasse “Division de Honor” auszubremsen drohte. Vor der am Sonntag nach Ostern angesetzten Schlussrunde lag das Team mit 6.5:1.5 Zählern punktgleich nach Feinwertung knapp hinter Club Ateneu Colon aus Barcelona und einen halben Punkt vor dem Tabellendritten Gerunda aus Girona. Da der Rundenplan das Duell der beiden führenden Teams für den letzten Spieltag vorsah, musste mich Teamchef Sergi Diaz nicht lange bitten, für dieses wichtige Spiel ein paar Tage nach Barcelona zu fliegen.

Nachdem mich Teamkollege Albert Muratet am späten Nachmittag vom Flughafen abgeholt und ins Hotel gebracht hatte, blieb das Notebook mit der Chessbase-Datenbank aber erst einmal im Koffer, denn zunächst wollte ich ein paar Fotos vom Strand sowie dem nahe gelegenen Yachthafen “Port Olimpic” machen, und ab 20:30 Uhr stand der “Clasico”, also der Fußballgipfel FC Barcelona – Real Madrid auf dem Plan. Während die Fotos richtig gut wurden …

 

… war mir schon vor der Anreise klar, dass Tickets für den “Clasico” bei Schwarzmarktpreisen von über 1000 (!) Euro ein hoffnungsloses Unterfangen sein würden. Da zudem auch noch die Metro an diesem Tag streikte, ging ich vom Hotel aus in die nächste Bar, um das Spiel dort mit den zumeist einheimischen “Barca”-Fans im Fernsehen zu verfolgen. Nach einer torlosen und langweiligen ersten Halbzeit wollte ich eigentlich schon gehen und mich lieber der Vorbereitung im Hotel widmen, als die Katalanen kurz nach der Pause unter lautem Jubel in Führung gingen. Real hielt unter dem neuen Trainer Zinedine Zidane aber dagegen, schaffte kurz darauf den Ausgleich und in der 85. Minute trotz Unterzahl durch Cristiano Ronaldo sogar den Sieg. Das wäre im Stadion auch wegen der Hommage an Johan Cruyff sicher ein tolles Erlebnis gewesen aber man kann ja leider nicht alles haben.

Im Hotelzimmer dann noch einige Partien des zu erwartenden Gegners, das avisierte Königsindisch sollte tatsächlich aufs Brett kommen, davon aber später mehr.

Ein Kommentar

  1. Martin Schmidt

    Glückwunsch zum Aufstieg!

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