1. März 2026: Landesliga Runde 7
SG KK Hohentübingen 1 – SK Freibauer Esslingen 1 5.5:2.5
So langsam geht die Saison auf die Endgerade zu und als letztes der vorderen Teams wartete Esslingen auf uns. Theoretisch wäre dies der gefährlichste Stolperstein, der unsere jüngst eroberte Tabellenführung gleich wieder zunichte machen konnte. Allerdings war schon vorher abzusehen, dass diese in einer schwächeren Aufstellung antreten würden.
Ein schnelles Remis sicherte sich Axel Kriegeskorte (8). Mit vielen getauschten Figuren und aktiver Verteidigung waren seine strukturellen Schwächen kein Problem. In der Partie von Martin Schmidt (2) schien sich ein Königsangriff anzubahnen, doch stattdessen wurde mit effektivem Figurenabtauschen jeglicher Verteidiger gegen seinen aufgerückten a-Bauern eliminiert.
Moritz Hurm (3) hatte einen Tausch von 2 Leichtfiguren gegen Turm+ 2 Bauern tiefer gerechnet als sein Gegenüber und erlangte trotz theoretischem Materialdefizit eine gewonnene Stellung. Didac Burgalossi (7) war zwischendurch in arge Bedrängnis geraten. Als sich das Zentrum öffnete, stand sein König noch in der Mitte und wurde an der Rochade gehindert. Seinen Turm musste er also zwangsweise über die h-Linie entwickeln. Mit dem ausgleichenden Zug bot er dann Remis, was angenommen wurde.
Dafür holte Marius Hurm (1) weniger Punkte, als man zwischendurch vermutet hätte. Ein Geplänkel auf den dunklen Feldern spielte er besser aus und zwang den gegnerischen König in eine unangenehme Lage. Nach Damentausch konnte sich aber sein Gegner befreien und der König wurde zu einer sehr aktiven Figur. In Zeitnot übersah er dann ein Matt und verlor.
Dass man im Londoner System zumindest etwas Ahnung haben sollte, zeigte Malte Michael (5) mit Schwarz. Er holte sich langfristige strategische Vorteile nachdem die Damen vom Brett waren. Mit einem Qualitätsgewinn war die Partie dann zu seinen Gunsten entschieden, auch wenn die Verwertung etwas andauerte.
Yannik Hurm (4) bekam ein sehr dubioses Französisch ab. In seinem Angriff fand er dann nicht den richtigen K. o. Zugegebenermaßen waren die Verwicklungen auch nicht vollständig durchzurechnen. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bis Yannik durch Zeitnot ein glatter Turm geschenkt wurde.
Martin Häcker (6) spielte dann eine noch kuriosere Partie: Aus einer eigentlichen Druckstellung mit starkem Freibauern war er in ein offenes Spiel mit Turm gegen Läufer + 4 Bauern abgerutscht. In dieser schwer zu spielenden Stellung musste er einen taktischen Schlag hinnehmen. Matt drohte an jeder Ecke, weswegen er in ein verlorenes Turmendspiel abwickeln musste. Dieses wurde dann zum Erstaunen aller Umstehenden remisiert, weil der Mannschaftskampf schon entschieden war und die Partie schon über 5 Stunden dauerte.
Der Sieg fiel dann vielleicht etwas klarer aus, als es hätte sein sollen, da wir die 3 Remisen etwas zu leicht bekamen, gefährdet war er aber nie. Dadurch warten jetzt noch 2 potenzielle Spielverderber auf uns, das letztplatzierte Pfullingen 2 und Bebenhausen 3. Mit nur einem Mannschaftspunkt und einem halben Brettpunkt Vorsprung auf Ostfildern sind wir hier eigentlich zu 2 Siegen verdammt.