WJEM Runde 1 – 3
Ergebnisse: https://s3.chess-results.com/tnr1387820.aspx?lan=0&art=0&fed=GER&SNode=S0
Fünf Königskinder hatte sich für die diesjährige WJEM qualifiziert: Drei Mädchen in der U18w (Tatiana und Stela Moldovan sowie Angelina Agalykova), Wenchu Li in der U12 und Gabriel Teixidor in der U10. Tatiana und Stela zählen in der U18w zu den Favoritinnen (hinter der Setzranglistenersten Ana-Maria Bursan) während Gabriel die Setzliste der U10 sogar anführt. Angelina und Wenchu Li “schwimmen” eher so im Mittelfeld mit. Aber Ratingzahlen sind das eine – entscheidend werden jetzt die sieben Runden in der Jugendherberge Lindau, in die wir dieses Jahr wieder sind. Zum großen Glück fast aller, denn in wohl allen für eine erfolgreiche WJEM entscheidenden Kategorien (Platzangebot, Zimmer, Freizeitmöglichkeiten, Essen) positioniert sich Lindau wohl weit oben.
Die Anfahrt für Stela, Tatiana und mich war ein wenig stressig, da die Bahn mal wieder Bahnsachen machte und anscheinend entschieden hatte, dass der pünktlich in Tübingen losgefahrene Zug nicht so viel Priorität hatte wie die entgegenkommenden unpünktlichen Züge (wann wird die Strecke nach Aulendorf endlich zweigleisig?). Am Ende hatten wir immerhin nur etwas mehr als eine Stunde Verspätung, wobei ich mir dann selber noch einmal Stress aufhalste, in dem ich meine Tasche im Zug vergessen hatte und zurückhechten musste
Für die Königskinder bedeuteten die ersten drei Runden fast Maximalausbeute. In der ersten Runde (Angelina hatte spielfrei) gewannen fast alle recht leicht, nur Tatiana musste sich gegen Evelin Bakó (vor nicht allzulanger Zeit noch ihre Mannschaftskollegin bei der DVM) ziemlich strecken und hatte am Ende auch etwas Glück. In der zweiten Runde gab nur Angelina einen Punkt ab – aber der blieb bei Stela und somit in der Familie. Gabriel gewann wieder recht problemlos, aber Wenchu Li hatte einen stärkeren Gegner vor sich. Er stellte zwar in der Eröffnung einen Bauern ein, die Widerlegung war aber schwierig und wurde dann auch von Schwarz nicht gefunden. Mit einem hervorragend gespielten Angriff zwang Wenchu seinen Gegner schließlich zur Aufgabe.


Einem noch größeren Brocken (schachlich gesehen) saß Tatiana gegenüber, die mit Schwarz gegen die Favoritin Ana-Maria Bursan spielte. Eine Zugumstellung gegenüber der Vorbereitung führte zu etwas Unsicherheit und einem Bauernverlust, den Tatiana aber sofort wieder zurückgewann. Beide Mädchen manövrierten etwas, bis Bursan einen Angriff mit einem Gegenangriff beantwortete. Ein Fehler, den Tatiana ausnutzte und ihrerseits einen Bauern gewann. Das Turmendspiel mit Mehrbauer war für beide sehr schwierig zu spielen, aber Tatiana spielte vorsichtig und verwertete schließlich ihren Mehrbauern. Ein wichtiger Sieg, durch den der Weg zum Turniersieg für Tatiana nun sehr viel kürzer aussieht.

In der dritten Runde warteten nun größere Herausforderungen. Gabriel gewann nach einer lange fast (siehe Partien) ausgeglichenen Partie durch einen Endspielpatzer seines Gegners, während Wenchu eine kurze Niederlage quittieren musste. Tatiana gewann wieder und auch Angelina spielte eine Kurzpartie – allerdings auf der Gewinnerseite.
Stela hatte spielfrei und konnte sich schon einmal seelisch auf den nächsten Tag einstellen, bei dem es zum Zusammentreffen mit ihrer Schwester kommt. Gibt es einen großen Kampf oder (wie häufig) ein friedliches Remis? Wir werden sehen.
Aufgaben
Ein paar Aufgaben aus der WJEM. Lösungen gibt es heute Abend (heute wird nur eine Runde gespielt):
Wie beendet Weiß seinen Angriff?
Wie gewinnt Schwarz hier?
Wie hält Weiß Remis?
Wie sollte Schwarz hier fortsetzen?