27.08.-04.09.2011: Württembergische Einzelmeisterschaft in Lauffen am Neckar (Bericht von Michael Schwerteck, Tabellen und weitere Infos hier)

Wie in Tübingen jeder weiß, saß Hölderlin hier viele Jahre in seinem Turm und war zwar nicht mehr ganz dicht, aber immer noch Dichter. Entsprechend stolz ist man in unserer Stadt auf den Herrn, was sich z.B. durch Gründung der Hölderlin-Gesellschaft bemerkbar machte. Da bietet es sich für einen Tübinger schon an, nach der „Todesstadt“ auch einmal Hölderlins Geburtsstadt Lauffen am Neckar (etwas südlich von Heilbronn) kennenzulernen. Die Gelegenheit dazu ergab sich für zwei Königskinder, da der SK Lauffen die Ausrichtung der Württembergischen Meisterschaft übernahm. Martin und ich waren zum Kandidatenturnier eingeladen und ließen uns die Chance nicht entgehen.

Da wir nicht nur an Lauf(f)en interessiert waren, suchten wir uns eine relativ günstige Unterkunft im ebenfalls recht hübschen Nordheim (5 km weiter neckarabwärts) und nahmen die Fahrräder mit. Ein bisschen gemütliches Radeln am Neckar entlang würde nicht schaden, dachten wir uns. Diese Hoffnung wurde freilich bald enttäuscht, denn es stellte sich heraus, dass der Radweg ausgerechnet hier nicht am Neckar verläuft, sondern über die örtlichen Weinberge führt. Mit sicherer Hand haben wir den steilsten Abschnitt des ganzen Neckar-Radwegs erwischt! Aber gut, jung und kräftig, wie wir sind, meisterten wir auch diese Herausforderung, wobei Martin (von der Morgenstelle gestählt) die Bergwertung meistens deutlich für sich entschied.

Als Spiellokal diente eine Turnhalle mit angeschlossener Gaststätte, kein übermäßig nobles Ambiente zwar, aber es erfüllte seinen Zweck und bot jedem Spieler genügend Auslauf. Martin und ich gehörten zum Kreis der Kandidaten für die vorderen Plätze, aber es gab auch etliche Konkurrenten ungefähr derselben Preisklasse. Kurzfristig kam aus dem Feld der Meister auch noch Alexander Vaysberg herunter, um die Teilnehmerzahlen zu begradigen, und war eigentlich klarer DWZ-Favorit. Er spielte aber, um es vorwegzunehmen, für seine Verhältnisse miserabel und hatte zu keinem Zeitpunkt etwas mit den Spitzenrängen zu tun. Für uns Königskinder hieß die Devise also: vorne mitspielen, einen der sechs Aufstiegsplätze belegen und ein bisschen Preisgeld mitnehmen. Wie dieses Vorhaben umgesetzt werden konnte, ergibt sich aus dem folgenden Tagebuch, in dem ich auch einige Schlüsselmomente zur Veranschaulichung herausgreife. Die vollständigen Notationen kann sich jeder mühelos auf der Turnierseite herunterladen (wobei aber wohl nicht alle Partien richtig eingegeben wurden).

Anmerkung: Aufs Meisterturnier gehe ich hier nicht gesondert ein, weil ich da auch nicht sehr viel mitbekommen habe. Bei Interesse kann sich ja jeder auf der Turnierseite kundig machen. Ich plane aber, aus beiden Turnieren einige lehrreiche und/oder amüsante Endspiele unter die Lupe zu nehmen und die Analysen zu publizieren, aus Platzgründen wahrscheinlich auch hier auf der Homepage. Wenn ich aus meinen eigenen Partien noch etwas Spannendes heraussauge, könnte da auch noch etwas kommen. Also: dranbleiben!

1. Runde:

Kurioserweise spielt Martin trotz höherer DWZ acht Bretter hinter mir, weil nach Elo ausgelost wird. Wieso man bei einem Turnier mit ausschließlich deutschen Spielern nicht nach der viel aussagekräftigeren DWZ auslost, ist ein großes Mysterium. Jedenfalls erwischen wir jeweils Gegner um die 1750 DWZ, wobei Martin mit dem jungen und sicherlich unterbewerteten Tuttlinger Lukas Buschle die unangenehmere Aufgabe zu lösen hat. Nach kompliziertem Verlauf ergibt sich folgendes Schlussspiel mit abruptem Ende:

Lukas Buschle – Martin Schmidt

Die Stellung ist eher günstig für Weiß, der sich allerdings in Zeitnot befindet und etliche taktische Motive berücksichtigen muss. 32.De6?! plant 33.Sg6+, aber zu diesem Zweck hätte er besser 32.De4! gespielt, was g2 und h4 gedeckt hält. Auch 32.Sdf5 ist nicht übel. So aber müsste Weiß nach 32...Dc2! eigentlich auf d4 nehmen, mit immer noch ungeklärter Lage. Stattdessen ist es nach 33.Te1?? Df2! plötzlich aus. Weiß kann einfach nicht mehr alles decken, z.B. 34.De4 Sg5-+. 34.Sdf5 Txf5 0–1

Ich muss mich derweil mit dem unkonventionellen Angriffsspiel von Jürgen Baumeister auseinandersetzen. Sein frühes Bauernopfer ist noch einigermaßen vertretbar, aber danach verzettelt er sich und seine weiteren Opfer sind schon eher der Verzweiflung geschuldet. Im Endspiel mit Qualität und drei Bauern weniger (ich habe noch alle acht Bauern!) bleibt nur die Aufgabe.

Am Abend können wir unsere beiden Siege gebührend begießen, denn die Lauffener bieten eine kostenlose Weinprobe mit Büfett an. Eine prima Idee, auch wenn Abstinenzler Martin doch lieber beim Saft bleibt.

 

2. Runde:

Ich weiß nicht, ob es an der inspirierenden Wirkung des Weines liegt oder an etwas anderem, jedenfalls gelingt mir gegen Peter Steinbach meine beste Partie im Turnier. Nach frühem Damentausch erlange ich gewisse strukturelle Vorteile und nehme den gegnerischen Figuren mit filigraner Bauernführung zunehmend die Bewegungsfreiheit. Thematisch wird am Ende ein Springer auf offenem Brett gefangen.

Martin trifft, wie er noch nicht ahnt, auf den späteren Turniersieger, Bernhard Förster. Es wird leider eine sang- und klanglose Niederlage, denn Martin unterliegt schon in der Eröffnung einem seltsamen Blackout und stellt einzügig Bauer plus Rochaderecht ein.

3. Runde:

Kann ich auf 3/3 erhöhen? Ich treffe mit Schwarz auf Marc Kreuzahler, einen ziemlichen unberechenbaren Spieler mit großen Leistungsschwankungen. Gegen mich spielt er recht zurückhaltend und solide, ich erhalte die etwas aktivere Stellung, unterschätze dann aber eine Gegenspielidee und muss mit Remis zufrieden sein.
Martin macht mit einem Sieg gegen Joachim Keller Boden gut. Nach günstiger Eröffnung lässt er zwar ein wenig Luft rein, aber am Ende läuft Keller in eine simple Falle, die zum sofortigen Verlust für ihn führt.

4. Runde:

Gegen den späteren Turnierzweiten Klaus Fuß erleide ich eine ärgerliche Niederlage. Nach mehr oder weniger ausgeglichenem Beginn greift er fehl und es kommt zu folgender Stellung:

Michael Schwerteck – Klaus Fuß

In der Partie nehme ich zweimal auf c4 und stehe natürlich besser, lasse dann aber nicht nur den Vorteil zerrinnen, sondern manövriere noch irgendwie eine Figur ins Abseits und stelle es in Zeitnot vollends ein. Verpasst habe ich 21.Sxe7+! Dxe7 22.Ld6! Dxd6 23.Txc4 (oder sogar 23.Dxc4) mit technischer Gewinnstellung. Eigentlich einfach, aber doch ein etwas ungewöhnliches Motiv.
Martin macht es mit einem klaren Sieg gegen Armin Maier besser. In einem Sweschnikow-Sizilianer schraubt er dem Gegner den Bauern d6 heraus und behält auch in den folgenden Komplikationen den besseren Überblick. Nachdem er per Fesselung eine Figur gewinnt, ist die Sache klar.

5. Runde:

Am Vormittag genießen wir erst einmal eine Stadtführung durch Lauffen und bestaunen die örtlichen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel die neue Feuerwehr, die sich im Hochwassergebiet angesiedelt hat oder den Lidl, auf dessen Dach ein Angehöriger ebenjener Feuerwehr seinen Rausch ausschlief und von seinen Kameraden angepiepst wurde, um sich selbst zu retten. Ach ja, natürlich auch die eine oder andere Stätte, die im Zusammenhang mit Hölderlin steht, die Regiswindiskirche mit ihren Fenstern aus Panzerglas zum Schutze vor der Steine schmeißenden Jugend und einiges mehr.

Am Nachmittag spielt Martin beschwingt auf und fegt Klaus Fuß vom Brett, der sich weder positionell noch taktisch auf der Höhe zeigt. Schon der dritte Sieg in Folge für Martin! Ich gewinne auch, allerdings in einer ziemlich seltsamen Partie, die irgendwie nach einer Überdosis Trollinger aussieht. Zwischendurch durchzuckt mich in ausgeglichener Stellung plötzlich ein ganz verrückter Geistesblitz, mit dem ich eine Qualität zu gewinnen glaube. Dabei vergesse ich komplett, dass ich doch erst einmal eine Figur zurückschlagen muss! Wahnsinn. Mein Gegner Herbert Fröhling passt sich allerdings diesem Niveau an und versiebt erst einmal seinen ganzen Vorteil. Damit sind die Abenteuer aber noch nicht zu Ende:

Herbert Fröhling – Michael Schwerteck

Im Prinzip habe ich ein Dauerschach konstruiert und freue mich über den geretteten halben Punkt. Der weiße König klebt am Lg2. Mein Gegner ist aber anscheinend so verärgert über den vergebenen Vorteil, dass er einen haarsträubenden Gewinnversuch unternimmt: 40.Kg4?? Turnierpraktisch gesehen ist es vielleicht sein größter Fehler, dass er nicht erst einmal nach f2 zurückgeht, um sich die Sache nach der Zeitkontrolle noch einmal in Ruhe zu überlegen. 40...f5+ 41.exf5 Lxf5+ 42.Kh4 Tb2 Dass der weiße König nun auf Matt steht, ist leicht zu sehen. Ich ahne nicht, was mein Gegner berechnet hat, halte mich aber aufgrund meines eigenen Gepatzes mit Spott zurück. 43.g4 Einziger Zug. Nun ist es gar nicht so leicht, sich unter drei verlockenden Fortsetzungen zu entscheiden: auf g4 nehmen, auf g2 nehmen oder der Textzug. Vielleicht schauen wir uns das in meinem nächsten Endspielartikel genauer an. 43...Ld3 44.a6?? Völlig verblüffend. Er zieht einfach die angegriffene Figur nicht weg! 44...Txg2 45.a7 Txh2+ 0-1

6. Runde:

Jetzt kommt meine Chance: Weiß an Brett 1 gegen den mit 4,5/5 führenden Bernhard Förster! Mit einem Sieg könnte ich ihn einholen und das Turnier noch einmal richtig spannend machen. Daraus wird aber nichts, denn ich kassiere eine verdiente Niederlage. Ausgangs der Eröffnung verfolge ich einen Plan, der sich schließlich als zweifelhaft erweist. Förster hat die Lage besser eingeschätzt und erkannt, dass sein dynamisches Spiel seine Bauernschwächen mehr als kompensiert. Ich finde dann auch nicht die richtige Verteidigungsaufstellung und gehe ziemlich schnell unter.

Martin kommt zu einem Remis gegen Moritz Kracke in einer Partie mit ziemlich ungewöhnlichen Stellungsbildern. Ich kann dazu praktisch nichts sagen, weil ich überhaupt nicht durchblicke. Mir scheint aber, dass Martin am Ende noch getrost hätte weiterspielen können. Auch dieses Endspiel könnte eine nähere Betrachtung lohnen.

7. Runde:

Der Kampf um den Turniersieg ist so gut wie entschieden, aber Martin gibt weiterhin alles. Nach einem weiteren Sieg notiert er bei 5,5/7! Heute profitiert er von der absteigenden Formkurve von Marc Kreuzahler. Dieser glänzte zu Beginn noch mit 3,5/4, bringt aber im restlichen Turnier nur noch ein kümmerliches halbes Pünktchen in Form eines Kurzremis zustande. Keine Ahnung, wie sich dies erklären lässt. Heute ist er von allen guten Geistern verlassen und deplatziert seine Figuren so schrecklich, dass dem kiebitzenden Martin Schoof die Haare zu Berge stehen, soweit vorhanden.

Ich selbst war ein bisschen geknickt nach der Förster-Pleite, aber meine Partie gegen Joachim Guilliard bringt die gute Laune wieder zurück.

Joachim Guilliard – Michael Schwerteck

Hier habe ich schon die Dame für Turm und Springer geopfert, was vereinzelt auch schon gespielt wurde. Ich habe erst kurz vor Partiebeginn entdeckt, dass diese Variante überhaupt existiert und mit Hilfe von Rybka verschaffte ich mir schnell noch einen kleinen Überblick. 10...e5!?!N Dieser Zug hat mich magisch angezogen, denn er führt, meist unter weiteren Opfern, zu faszinierenden Stellungen. Gespielt wurde bisher 10...Sc6, was auch sehr interessant ist. 11.Lxe5 c4Eigene Figuren öffnen, gegnerische sperren...“ 12.Lxb8 Txa3! Eine weitere Figur wird ins Geschäft gesteckt! 12..Txb8 13.e4 wäre zu langsam. 13.Db2 Andere Damenzüge kommen natürlich auch in Betracht. Eine ausführliche Analyse würde den Rahmen sprengen. 13...Lb4+ 14.Ke2 Ta2 Peilt die folgende Zugwiederholung an, denn etwas anderes hatte ich in der Vorbereitung nicht geprüft (ehrlich gesagt glaubte ich nicht so ganz, dass all dies wirklich aufs Brett kommen würde). Die Frage ist, ob Schwarz mit ruhigen Zügen nicht sogar auf Gewinn spielen kann. Kann gut sein, aber ich muss das selber erst noch genauer analysieren. 15.Dc1 La3 16.Dd2 Lb4 17.Dc1 La3 ½–½
Eine Retortenpartie, die ich bis zum letzten Zug vorbereitet habe, aber ein sehr interessantes Feld für weitere Analysen.

8. Runde:

Martin muss ein paar bange Momente durchleben, nachdem er gegen Peter Steinbach einen verunglückten Igel aufs Brett bekommen hat. Mich wundert, warum er sich überhaupt auf so etwas einlässt, haben wir doch zuvor geflachst, dass die zahlreichen toten Igel auf unserer Radstrecke eine klare Warnung vor dieser Eröffnung seien. Warum nun also doch ein Igel? „Der stand auf einmal auf dem Brett“, verteidigt sich Martin auf meine Nachfrage kleinlaut. Beinahe geht es ins Auge:

Peter Steinbach – Martin Schmidt

Bislang ist der Igel noch annehmbar, aber 16...Lc6? ist ein schwerer Fehler. Das Motiv 17.Sd5! kannte Martin im Prinzip, aber als Igel-Neuling kann man es schon mal vergessen. Hier ist es sogar ganz besonders stark. 17...Db7 18.Sxe7+ Dxe7 Nun würde 19.e5! Weiß gewaltigen Vorteil verschaffen. Beide Spieler haben übersehen, dass nach 19...Sg4 20.Dd4! mit Blickrichtung g7 sehr kräftig ist. Weiß kassiert mindestens den Bd6 bei ausgezeichneter Stellung. In der Partie geschieht stattdessen 19.Dg5? und Weiß steht zwar immer noch etwas besser, aber Martin kann ins Remis entkommen.

Ich muss mit Weiß gegen Joachim Keller unbedingt mal wieder voll punkten, was auch gelingt. Da mir in der Vorbereitung aufgefallen ist, dass seine taktischen Schwächen noch größer sind als meine, verkompliziere ich das Spiel und werde wie erhofft dafür belohnt, weil er sich schwach verteidigt.

9. Runde:

Martin hat es schon vorausgesagt: Es kommt zum vereinsinternen Duell. Da Martin Schoof schon abgereist ist, erdreisten wir uns, ein Großmeisterremis zu vereinbaren. Ansonsten könnte es für einen eventuellen Verlierer preisgeldmäßig verlustreich und in meinem Fall auch qualifikationsmäßig knapp werden. So hingegen können wir in Ruhe schauen, wieviel Preisgeld wir denn nun mitnehmen. Für mich (5,5/9) ist es relativ bald klar, dass mit Platz 5 100 Euro herausspringen. Martin (6,5/9) hat noch etwas größere Hoffnungen: 200 Euro sind für ihn drin, aber die folgende haarsträubende Partie kommt ihn teuer zu stehen:

 

Julian Bissbort – Klaus Fuß

Weiß steht seit einiger Zeit haushoch auf Gewinn und hätte die Sache auch schon früher beenden können, aber noch ist alles in Butter. 37.e7 und aufgegeben, sind sich die Kiebitze einig. Das wäre für Martin die 200 Euro-Variante. Die tatsächliche Folge 37.Txc8? Lxc8 38.Sd6?? ist hingegen selbst in Zeitnot ziemlich blind. 38...Lxe6 39.Lxe6 und hier hat Schwarz schon die Wahl: 39...Ke5 40.Lc8 Kxd6 41.Kf2 Kc7 macht sofort remis, aber er kassiert lieber einen dritten Bauern für die Figur: 39...Sf3+ 40.Kf2 Sxh2 Das Endspiel ist eher für Schwarz einfacher zu spielen, aber es sollte remis sein (150 Euro). Der Kelch ist allerdings noch nicht zur Neige geleert. Weiß spielt in der Folge ziemlich ungeschickt und es steht schließlich so:

 

 

 

 

Hier ist die Frage, ob Schwarz nach 55.a3 Kh4 54.Se6 irgendwie gewinnen kann. Nach meiner bisherigen Erkenntnis nicht; der weiße Springer scheint beweglich genug zu sein, um ein Spiel auf beiden Flügeln zu kombinieren. So etwas wie 54...Sb1 55.Sf4 Sxa3 56.Sxh3 b4 57.Sf4 reicht zum Beispiel nicht. Jedenfalls sollte klar sein, dass Weiß dies probieren muss. Stattdessen geschieht nach reiflicher Überlegung Folgendes: 55.Sxb5?? Alter Verwalter, was für ein Zug! Zugegeben, die Idee war mir auch kurz durch den Kopf geschossen und grundsätzlich ist sie auch gar nicht so dumm, aber es ist leicht auszurechnen, dass sie nicht funktioniert. 55...Sxb5 56.a4 Sc7 57.a5 Sa6 Der a-Bauer wird viel zu früh gestoppt und der schwarze Springer gelangt rasch nach f2. 58.Kh1 Kg3 59.Kg1 h2+ 60.Kh1 Sc5 61.a6 Se4 62.a7 Sf2# 0-1

Dieses Ergebnis bedeutet für Martin den dritten Platz, für den es auch nicht mehr als 100 Euro gibt. Aber Geld hin, Geld her, natürlich war es wieder einmal ein starkes Turnier von ihm, das seinen Aufwärtstrend fortsetzt. Hoffentlich kann er dieses Niveau nun auch in der Mannschaft abrufen.

Für mich war das Ergebnis so lala, weder besonders gut noch besonders schlecht. Ein bisschen mehr hatte ich mir eigentlich erhofft, aber gegen Fuß und Förster gingen halt zwei wichtige Partien verloren.

Förster hat in meinen Augen völlig verdient gewonnen, denn er hat einfach das solideste und fehlerloseste Schach gezeigt. Gegen Ende konnte er sich mit Kurzremisen austrudeln lassen. So konnte (bei klar schlechterer Buchholz) Fuß noch aufschließen, der u.a. vier Verluststellungen noch umbog und sein Glück selber kaum fassen konnte.

Alles in allem war es ein schönes Turnier, das auch ausreichend Gelegenheit zur Entspannung bot.


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